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13. November, 18.30 Uhr

Kuratorenführung "Weiße Federn, schwarzes Fell. Tiere in Darstellungen des 20. Jahrhunderts"

 

Weiße Federn, schwarzes Fell. Tiere in Darstellungen des 20. Jahrhunderts


02. September 2012 – 10. Februar 2013

 

Tiere sind dem Menschen vertraut und zugleich fremd. Unter Fell und Federn stecken das gezähmte Haus- und Hoftier, das gebändigte Zoo- und Zirkustier und das exotische Wildtier. Das Tier wird verniedlicht und vermenschlicht, geliebt oder gefürchtet. Auch in Gestalt der Chimäre bevölkert das Tier Fabeln, Märchen und Mythen und hat, beispielsweise in den Werken der Künstler des Blauen Reiter, auch die Kunst ›animalisiert‹. Das Motiv des Tieres in ausgewählten Gemälden und Skulpturen, Grafiken und Filmen aus dem gesamten 20. Jahrhundert erweist sich als Moment der Vermittlung oder Verrätselung der Welt. Fell und Federn trennen auch sinnbildlich die Innen- und die Außenwelt und werden zur Projektionsfläche des Menschen, seiner Wunschvorstellungen und Ideale, seiner Ängste und Erfahrungen.

In das Werk Pablo Picassos hat sich die Liebe zu den Tieren in Darstellungen etwa der Taube, der Eule oder dem Stier ebenso eingeschrieben wie die Leidenschaft für den Stierkampf. In der Vielfalt ihrer Zuschreibungen führen seine Darstellungen vor allem zurück auf eine Auseinandersetzung mit dem menschlichen Dasein, dem künstlerischen Schaffen und nicht zuletzt den menschlichen Leidenschaften. Scheinbar unberührt von der Wirklichkeit steht hingegen in den Plastiken und grafischen Werken einer Künstlerin wie Renée Sintenis ganz das Tier und seine natürliche Haltung im Zentrum. Zu einem Sehnsuchtsmoment gerät das gleiche Motiv in den Werken von unter anderem Franz Marc, Wassily Kandinsky oder Ewald Mataré, die über den äußeren Schein hinaus Tiere in ihrer natürlichen Umgebung bis hin zur Abstraktion erforschten. Hier wie auch in Werken von Joseph Beuys zeichnet sich nichts weniger als der Versuch einer gesellschaftlichen
Veränderung ab.
 
Tiere und fantastische Kreaturen als Protagonisten von Fabeln und Märchen sind von Marc Chagall entgegen der tradierten Bildfindungen illustriert worden oder schildern
im Werk von Niki de Saint Phalle in Gestalt eines Drachens oder Vogels eigene Lebenserfahrungen. Nathalie Djurberg wiederum legt in ihrem Video ein Bild für das klassisch-märchenhafte Ringen zwischen Gut und Böse in einer eigenen Chimäre an, in der Wolf und Kind als Ikonen dieser zwei Seiten verwachsen sind.
Künstler wie Paul Klee und Joan Miró haben fremdartigen Tierschöpfungen anthropomorphe Züge verliehen oder scheinbar vertraute Lebewesen in wirklichkeitsferne
Naturszenen versetzt. Die Videokünstlerin Corinna Schnitt spielt in ihrer Arbeit mit dem Begriff des ›Haustiers‹, wenn sie Tiere außerhalb der gewohnten Umgebung inszeniert.
 
Das konventionelle Verhältnis von Mensch, Tier und Natur kehrt sich in diesen Werken um und zeigt eine andere als die gewohnte Perspektive auf die Lebenswelt. In den Darstellungen dieser und zahlreicher anderer Künstlerinnen und Künstler wird nicht nur das Gegenüber eingefangen, sondern zugleich der Abstand des Menschen zum Tier, in dem sich ein Bild des Menschen spiegelt, vermessen.

 

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Fotonachweis Foto: Aline Gwose, Michael Herling, Benedikt Werner Veröffentlichung gegen Namensnennung und Belegexemplar an: Sprengel Museum Hannover Gwose/Herling/Werner Kurt Schwitters Platz 30169 Hannover Photo credit Photo:Aline Gwose, Michael Herling, Benedikt Werner Publication is permitted only with indication of the photo-credit! Sprengel Museum Hannover Gwose/Herling/Werner Kurt Schwitters Platz 30169 Hannover

Fotonachweis Foto: Aline Gwose, Michael Herling, Benedikt Werner Veröffentlichung gegen Namensnennung und Belegexemplar an: Sprengel Museum Hannover Gwose/Herling/Werner Kurt Schwitters Platz 30169 Hannover Photo credit Photo:Aline Gwose, Michael Herling, Benedikt Werner Publication is permitted only with indication of the photo-credit! Sprengel Museum Hannover Gwose/Herling/Werner Kurt Schwitters Platz 30169 Hannover

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